|
Indikationsliste für Schlaflaboruntersuchungen
im Kindesalter
Die Arbeitsgemeinschaft Pädiatrie der Deutschen
Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin hat als
Empfehlung für eine Polysomnographie im Kindesalter folgende
Indikationsliste erarbeitet. Der Prävention des Plötzlichen
Säuglingstodes wird dabei eine gesonderte Rolle zugeordnet
(Wiater 1997).
a) Erkrankungen der Atemwege
- hyperplastische Tonsillen, adenoide Vegetationen
- chronische, therapieresistente Infektionen der
oberen oder unteren Atemwege
- Atembehinderungen während des Schlafes
- obstruktive Atemwegserkrankungen
- Aspirationssyndrom
- Fehlbildungen (z.B. Zwerchfelldefekte)
b)
Erkrankungen des Herz- Kreislaufsystems
- kongenitale Herzfehler
- tachykarde oder bradykarde Herzrhythmusstörungen
- Kardiomyopathien
c) Nervensystem und Psyche
- schlafbezogene Epilepsien
- Dyssomnien, Parasomnien
- neuromuskuläre, neurovegetative Störungen
- Enuresis nocturna
- posttraumatische Störungen
- allgemeine Verhaltensstörungen unklarer
Genese
d) Gastroenterologische- und Stoffwechselerkrankungen
- Gastroösophageale Refluxkrankheit
- Fehlbildungen des Magen - Darm - Traktes
- connatale Stoffwechselstörungen mit gestörtem
Schlaf - Wach - Rhythmus
- endokrinologische Erkrankungen; Nebenwirkungen
von Medikamenten (z.B. kombinierte PSG mit STH - Nachtprofil bei
V.a. Kleinwuchs) (Baum 1996, 1997)
e) SID - Prophylaxe
- ehemalige Frühgeborene ab rechnerisch etwa
44. SSW
- Risikoneugeborene (Anwendung verschiedener Risikofragebögen)
f) Kiefer - Mund - Gesichtschirurgische Erkrankungen
- connatale Fehlbildungen (z.B. Pierre - Robin
- Sequenzen, Z.n. operativer Korrektur von Spaltbildungen u.a.)
- Traumafolgen mit Wachstumshemmungen oder Verschiebungen
der Skelettmuskulatur
- Dysgnathien
- Z.n. Osteomyelitis
g) Myopathien
h) genetische Erkrankungen mit schlafbezogenen
Störungen
|